Deutschland – ein vermeintlich reiches Land leistet sich massenhafte Altersarmut

Während Vertreter der etablierten Parteien nicht müde werden zu betonen, daß Deutschland ein reiches Land sei und daher in der Lage wäre, deutlich mehr Asylbewerber aufzunehmen, zeigen harte Fakten eher Gegenteiliges.

Das geht unter anderem aus dem Datenreport 2013, erstellt durch das Statistische Bundesamt, die Bundeszentrale für politische Bildung, das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung und das Sozio-Oekonomische Panel in Berlin, hervor. Der Anteil armutsgefährdeter Menschen liege den Zahlen des Reports zufolge bei 16,1 Prozent, überdurchschnittlich häufig sind Frauen, junge und ältere Menschen betroffen. 20,7 Prozent der 18-24-Jährigen und 20,5 Prozent der 55-64-Jährigen sind armutsgefährdet. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters verkommt vor dem Hintergrund dieser Zahlen noch mehr zum Schlag ins Gesicht aller älteren Arbeitnehmer, die um einen erheblichen Teil ihrer wohlverdienten Rente gebracht werden. Die Armutsgefährdung ist für viele Betroffene ein dauerhaftes Problem, waren 40 Prozent der Armutsgefährdeten doch bereits vor mehr als fünf Jahren arm. Die Zahl der dauerhaft Armen lag im Jahr 2000 noch bei 27 Prozent. Traurige Folge ist dem Datenreport zufolge, daß die Betroffenen im Durchschnitt eine um elf Jahre minimierte Lebenserwartung haben.

Das von Merkel, Schäuble und Co. unablässig betonte Jobwunder erweist sich, wenn man die Fakten nüchtern analysiert, als Farce und sozialpolitisches Armutszeugnis. Die Zahl der Beschäftigten ist zwar höher als 1991, das Arbeitsvolumen insgesamt ist aber deutlich niedriger als 1991, was daran liegt, daß mehr als jedes vierte Beschäftigungsverhältnis mittlerweile als prekär beschäftigt werden muß. Die massive Liberalisierung des deutschen Arbeitsmarkts nach dem Vorbild der USA hat dazu geführt, daß Niedriglohnbeschäftigungsverhältnisse, befristete Arbeitsverträge und Leiharbeit Hochkonjunktur haben. All die Betroffenen müssen in der Konsequenz mit deutlich geringeren Einkommen und massiv reduzierter sozialer Absicherung leben.

Eine neue Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat nun bekannt gemacht, daß bei gleichbleibender Entwicklung zehn Prozent der Deutschen weniger Rente bekommen werden als Gleichaltrige in Brasilien und Chile. Deutsche Geringverdiener erwartet somit eine geringere Altersabsicherung als in jedem anderen Industrieland. Erschwerend hinzukommt, daß in kaum einem anderen OECD-Land so wenig finanzielle Absicherung über eigene Immobilien oder Kapitaleinkünfte erfolgt, was zur Folge hat, daß der Großteil der Rentner von der Minirente auch noch eine (mehr und mehr steigende) Miete zu zahlen hat.

Die Lösung des Problems liegt in den ersten Zeilen dieses Artikels: Deutschland ist tatsächlich (noch) ein verhältnismäßig reiches Land, das Vermögen ist nur extrem ungleich verteilt und das vorhandene Geld wird zu großen Teilen zweckentfremdet.

Weil Milliardensummen in die EU und den Erhalt des Euro-Währungssystems gepulvert werden, weil ganze Kommunen in Zwangshaftung für unzählige Asylbewerberheime genommen werden und die Einwanderung in den Sozialstaat dessen Erhalt letztlich in Frage stellt, fehlt das Geld für das eigene Volk.

In diesem Zusammenhang zeigt sich wieder einmal, daß die alte NPD-Forderung, deutsches Geld für deutsche Aufgaben zu investieren, zeitgemäßer und richtiger denn je ist.